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Großer Andrang beim 12. ÖV-Symposium Nordrhein-Westfalen im RuhrCongress Bochum

08.09.2011 Das diesjährige ÖV-Symposium, das zum 12. Mal von INFORA und MATERNA ausgerichtet wurde, stand auch in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger MdL. Das Motto lautete „E-Government in Nordrhein-Westphalen – Neu. Richtungsweisend. Wertbeständig.“
Rainer Ullrich, Dr. Stephan Articus, Minister Ralf Jäger, Dr. Winfried Materna
Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen stellte in seinem Eröffnungsreferat die Open-Government-Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Dabei möchte die Landesregierung die bewährten Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten durch soziale Netzwerke und neue Kommunikations- und Informationstechniken ergänzen. Die Landesregierung möchte sich an den Leitzielen von Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit ausrichten und die kosten- und diskriminierungsfreie Bereitstellung öffentlicher Daten und Informationen ebenso sicherstellen, wie neue und erweiterte Beteiligungsmöglichkeiten der Menschen an öffentlichen Entscheidungsprozessen einrichten. Innenminister Jäger zitierte die Regierungserklärung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die in der Nutzung der neuen IuK-Techniken eine Möglichkeit sieht, klassische demokratische Entscheidungsprozesse zu ergänzen und aus „Betroffenen Beteiligte zu machen“.  Unter der Kernbotschaft „Mehr Demokratie wagen 2.0“, einer Anlehnung an die erste Regierungserklärung Willy Brandts, soll eine weitgehende Demokratisierung behördlicher Entscheidungsprozesse realisiert werden. Der Innenminister betonte dabei, dass die Angebote sich an Bürgerinnen und Bürger, die Wirtschaft, aber auch an die Beschäftigten der Landesverwaltung selbst richteten.


In den Praxisforen wurden spezifische Aspekte des E-Government für Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden erörtert. Ein thematischer Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung war neben Open Government und der Bedeutung der sozialen Medien für die Verwaltung, die Gestaltung des demografischen Wandels und die Rolle der IT-Dienstleister. Wie Rainer Ullrich, der Geschäftsführer der INFORA GmbH, betonte, steht die öffentliche Verwaltung vor gewaltigen Herausforderungen. Immer weniger junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden immer älteren Beschäftigten in Behörden gegenüberstehen. Dabei werden globale Personalkürzungen insgesamt zu einer Verminderung der Beschäftigtenzahl in der öffentlichen Verwaltung führen. Dies bedeutet eine gewaltige Herausforderung für ein aktives Personalmanagement sowie für organisatorische Veränderungen.  Die von Ullrich aufgezeigten Handlungsfelder reichen dabei von internen Aufgaben wie Ressourcenmanagement, verbesserter Personalakquisition, dauerhafter umfangreicher Qualifizierung der Beschäftigten, Etablierung eines Skill-Managements sowie Coaching-Konzepten bis zu übergreifenden organisatorischen Fragen wie der Zentralisierung von IT-Strukturen, der Etablierung von Shared Service Centern, der größeren Bedeutung von Verwaltungskooperationen, der Flexibilisierung des Dienst- und Besoldungsrechts über verbesserte flexible Arbeitszeitmodelle bis hin zu einer Aufgabenkritik. Ullrich betonte, dass Personal zukünftig die teuerste und wichtigste Ressource der öffentlichen Verwaltung sein werde. Wesentlich sei dabei die Veränderung der klassischen Personalverwaltung hin zu einem aktiven Personalmanagement. Weitere wichtige Themen in den Fachforen waren die Bedeutung von Open Government, verschiedene elektronische Fachanwendungen wie die elektronische Lohnsteuerkarte, die elektronische Gewerbeanmeldung, die E-Vergabe sowie die E-Akte im Kontext moderner Technologien wie MS-Sharepoint. Die Bedeutung von Cloud Computing für moderne Organisationsformen war ebenfalls Gegenstand von Referentenbeiträgen.
Der große Zuspruch zur Veranstaltung (wegen der großen Nachfrage konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden) zeigt, dass das ÖV-Symposium Nordrhein-Westfalen die wichtigste Informationsveranstaltung für Verwaltung und IT-Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist. Apropos social media: erstmals war das ÖV-Symposium auf Twitter präsent. Unter #oev11 konnten die Teilnehmer und Externe über Twitter kommunizieren.
Schirmherrschaft