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18. Berliner Anwenderforum E-Government am 15. und 16. Februar 2012 im Bundespresseamt Berlin

(C) SR Pictures 2012
Das bereits seit 1994 stattfindende Berliner Anwenderforum E-Government mit fast 450 Teilnehmern aus allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung wurde auch in diesem Jahr seinem Ruf als wichtigster Plattform für den fachlichen Austausch über IT-gestützte Verwaltungsmodernisierung gerecht. Das von der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, dem Brandenburgischen Ministerium des Innern und der INFORA GmbH gemeinsam veranstaltete Anwenderforum fand sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den 28 beteiligten IT-Anbietern ein durchweg positives Echo.

Staatssekretär Statzkowski betonte in seiner Keynote die besondere Bedeutung der technischen Entwicklung für die Veränderung des politischen Diskurses und die Entstehung eines neuen Staats- und Verwaltungsverständnisses. „Es ist der Wunsch der Bürger, dass mit Hilfe neuer Technologien Regierungshandeln offener, effektiver und überprüfbarer gestaltet wird und der Wunsch nach Institutionen, die den Einzelnen stärker einbinden und auf die Wünsche der Bevölkerung eingehen“, meinte Staatssekretär Statzkowski.

Einen Überblick über den Stand des Gesetzgebungsverfahrens beim E-Government-Gesetz gab Frau Lohmann, Abteilungsleiterin O des Bundesministeriums des Innern. Der Referentenentwurf des BMI befinde sich derzeit in der Ressortabstimmung. Anschließend seien die Länder und der IT-Planungsrat gefordert. Schwerpunkte des Gesetzentwurfes seien der Abbau überflüssiger Schriftformerfordernisse, Regelungen für das ersetzende Scannen sowie die rechtssichere elektronische Aktenführung.
Angesichts der demographischen Entwicklung stehen auch die IT-Strukturen auf dem Prüfstand.

Einen Überblick über die Überlegungen im Land Berlin gab Konrad Kandziora, Vorstand des ITDZ Berlin. Kandziora betonte die wachsende Bedeutung eines leistungsfähigen IT-Dienstleisters für die Verwaltung. Besonderen Handlungsbedarf im Hinblick auf die Konsolidierung und Zentralisierung von IT-Dienstleistern sieht Staatssekretär Horst Westerfeld, CIO des Landes Hessen. „Von den derzeit etwa 400 Rechenzentren der öffentlichen Hand sind mindestens 300 überflüssig“, meinte Staatssekretär Westerfeld. Ebenso unwirtschaftlich seien die ca. 12.000 unterschiedlichen Fachverfahren im Kommunalbereich. Hier ließe sich durch intelligente Kooperation der Kommunen viel Geld sparen, insbesondere dann, wenn man sich der Möglichkeiten des Cloud Computing stärker bewusst werde.

Einen interessanten Einblick in ein umfassendes E-Government-Projekt gab Uwe Seidel, Innenministerium des Landes Baden Württemberg. Er erläuterte die Lösung für ein umfassendes Wissensmanagement bei der Polizei des Landes. Hier habe sich ein inkrementelles, stark an den Anwendern orientiertes Vorgehen bewährt. „Hätten wir versucht, unsere heutige Lösung zu Projektbeginn umfassend zu beschreiben und in Pflichtenheften und Konzepten zu erfassen, wären wir vermutlich gescheitert“, meinte Seidel.

Einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung bildete das Thema „IT-Sicherheit“.   Während Andreas Reisen, BMI, das Konzept De-Mail als sichere und nutzerfreundliche Kommunikationsinfrastruktur für E-Government-Anwendungen empfahl, stellte Harald Joos, CIO bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, das IT-Sicherheitskonzept der Deutschen Rentenversicherung Bund dar und diskutierte mit den Teilnehmern die Erfahrungen bei der Umsetzung des Konzepts.

Mit den Folgen der knapper werdenden Projektmanagement-Ressourcen in der öffentlichen Verwaltung und möglichen Lösungsstrategien beschäftigte sich Jörg Arnold, INFORA GmbH. Arnold erläuterte den methodischen INFORA-Projektmanagement-Ansatz und plädierte dafür, Projektmanagement als dem zentralen Erfolgsfaktor für E-Government-Projekte die Bedeutung beizumessen, die es verdiene.

Lebhafte Diskussionen löste der Impulsvortrag zum Thema demografischer Wandel von Rainer Ullrich, INFORA GmbH aus. Ullrich stellte in 10 Thesen Handlungsfelder und Versäumnisse bei der Bewältigung des demografischen Wandels in der öffentlichen Verwaltung vor. „Die Gestaltung der Zukunft muss sofort beginnen, wir haben bereits viel Zeit verloren“, resümierte Ullrich. Insbesondere bei der Zentralisierung von Querschnittsfunktionen sowie bei der Aus- und Fortbildung sieht Ullrich die größten Defizite.

Udo Rienaß, Abteilungsleiter bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport warnte vor einer Neuauflage der Aufgabenkritik-Euphorie der 90er Jahre. „Jede Stelle der Verwaltung kann gut begründen, warum die Aufgabe einer anderen Behörde zur Disposition gestellt werden kann, die eigene aber völlig unverzichtbar ist.“ Rienaß betonte, man solle ein zunehmendes Durchschnittsalter der Beschäftigten nicht mit Stillstand gleichsetzen. Gerade auch bei älteren Beschäftigten sei der Wille sich mit Innovationen auseinanderzusetzen oft besonders ausgeprägt.

In seinem Diskussionsbeitrag betonte Staatssekretär Bernhard, CIO des Freistaats Sachsen, die Bewältigung des demografischen Wandels müsse in einem umfassenden Kontext der Staatsmodernisierung verstanden werden. Hier seien im Freistaat Sachsen viele Lösungen auf der staatlichen und kommunalen Ebene im Einsatz, die dem Ziel einer bürgernahen und effizienten Verwaltung auch unter schlechter werdenden Finanzierungsbedingen entsprächen. 

Das 18. Berliner Anwenderforum E-Government hat auch in diesem Jahr mit einer Fülle aktueller Fragestellung aus der Verwaltungspraxis zu einem regen Meinungsaustausch beigetragen und gezeigt, dass das Berliner Anwenderforum zu Recht als die maßgebende IT-Fachveranstaltung gilt.

Das 19. Berliner Anwenderforum E-Government wird am 20. und 21. Februar 2013  im Besucherzentrum des Bundespresseamtes statfinden.
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Agenda

Das jährlich stattfindende Berliner Anwenderforum ist jeweils einem aktuellen thematischen Schwerpunkt gewidmet.
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Veranstaltungsort

Wir freuen uns, Sie 2012 wieder im Besucherzentrum des Bundespresseamtes begrüßen zu dürfen.
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Die Teilnehmer 2012

Verschaffen Sie sich im folgenden Dokument einen Überblick über die teilnehmenden Institutionen.
Schirmherrschaft
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Senatsverwaltung für Inneres und Sport

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Innenministerium Land Brandenburg

Partner
Aussteller 2012