Bewertungsrahmen ist vorab zumindest abstrakt bekannt zu machen

14.08.2017 Die Bewertungsmethode ist vor Abgabe der Angebote festzulegen und bekannt zu machen. Dies ist in der Vergabeakte transparent zu dokumentieren. Es genügt nicht den Transparenzanforderungen, den Bewertungsrahmen für den Beurteilungsspielraum des Auftraggebers festzulegen.
Neben der Bekanntgabe der Kriterien und der Gewichtung ist auch abstrakt darzustellen, ob und in welcher Form (Schulnoten oder verbale Beschreibung) eine Bewertung in verschiedenen Schritten stattfinden soll (VK Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.06.2017 - 1 VK 14/17).

Auch wenn das OLG Düsseldorf mit dem Beschluss vom 08.03.2017 Verg 39/16 seine bisherige Rechtsprechung, der Auftraggeber müsse seine Bewertungsmethode bekanntgeben, nicht mehr aufrechterhalten hat, so zeigt doch dieser Beschluss der VK Baden-Württemberg auf, dass der Bieter zumindest die Bewertungskriterien soweit festlegen muss, dass die Bewertung wegen vollkommener Unbestimmtheit nicht grundrechtswidrig wird.
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